Der Urprung
Wir versuchen nicht, unsere Ursprünge in das apostolische Zeitalter zurückzuverfolgen, sondern machen lediglich geltend, dass es in jeder Epoche der Kirchengeschichte Gruppierungen gegeben hat, die die Glaubensgrundlage unserer Gemeinde geteilt haben. Das Zeugnis der Geschichte widerspricht der Auffassung, es habe bis Martin Luther nur eine einzige Kirche, nämlich die römisch-katholische, gegeben. Dies zu behaupten wäre ein schwerer Irrtum.

Die religiösen Umbrüche im 16. Jahrhundert in Europa ließen eine Reihe christlicher Gemeinden entstehen, die ernsthaft nach biblischen Maßstäben leben wollten. Ihre besondere Aufmerksamkeit galt in der Zeit des allgemeinen kirchlichen Zerfalls dem Wesen der wahren Kirche. Sie wollten keine Volkskirchen, sondern biblische Gemeinden nach dem Beispiel der apostolischen Christen bauen. Diese sollten nur aus überzeugten Christen bestehen, die eine persönliche Erfahrung mit Jesus Christus gemacht haben und auf Grund ihres Glaubensbekenntnisses getauft wurden.

In den wichtigsten Reformatorischen Grundbekenntnissen stimmten sie mit Luther und Zwingli überein: "Die Rettung kommt allein durch Christus (Apg. 4,12), allein durch den Glauben (Hebr. 11,6), allein durch Gnade (Eph. 2,5), nur auf Grund der Heiligen Schrift."

"Nur überzeugte Christen gehörten zur Christlichen Gemeinde; Loyalität gegenüber dem Staat, aber völlige Selbständigkeit in geistlichen Fragen."

Zur Zeit der totalitären Ansprüche, die keinen Raum für Andersdenkende hatten, wurden die jungen Gemeinden bedrängt und zum Teil schwer verfolgt. Deshalb flüchteten viele aus Zentraleuropa. Die einen zogen in Richtung Osten und kamen über Ostpreußen nach Russland und später nach Zentralasien. Die anderen flüchteten Richtung Westen und landeten in England bzw. Nord-, Südamerika. Zur Zeit gibt es in vielen Ländern der Welt Gemeinden diesen Ursprungs. Jesus Christus spricht: "Ich will bauen meine Gemeinde, und die Pforte der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Math. 16,18.
Die Gründung
Nachdem die Geschwister ca. ein halbes Jahr in zwei Lippstädter Gemeinden die Gottesdienste besucht hatten, konnte zusätzlich ein Nachmittagsgottesdienst in den Räumen der ehemaligen "Missions-Allianz-Kirche" (M.A.K.), in der Fleischhauerstraße, abgehalten werden. Die sich dort Versammelnden kamen zu dem Entschluss, eine eigene Gemeinde zu gründen, die jedoch der Baptistengemeinde in Unna-Massen als Schwestergemeinde angeschlossen werden sollte. Dazu traf man sich am 2. November 1990 und beschloss, am 18, November eine Gemeinde zu gründen. Zur Gründungsversammlung waren drei Pastoren, Herber Szepan, Johannes Adolf und Viktor Krell, eingeladen. Durch persönliches Zeugnis über Bekehrung und Taufe, auch das Verlassen der alten Heimat und der örtlichen Gemeinden sind 15 Geschwister in die neue Gemeinde aufgenommen worden.

Von der Versammlung wurden für die anstehenden Angelegenheiten und Fragen zum Gemeindeleben Robert Huber und Harry Maas bestimmt. Gemeinsame und eigene Gottesdienste, Jugend- und Kinderstunden konnten in den Räumen der M.A.K. weiterhin abgehalten werden. Bereits bei der Gründung wurde festgelegt, im September 1991 eine Zeltmission durchzuführen. Sechs Geschwister meldeten sich danach auch zur Taufe an.

Die Gemeinde wuchs und die vorhandenen Räumlichkeiten reichten nach kurzer Zeit nicht mehr aus. Man war gezwungen, sich nach einem größeren Versammlungsraum umzusehen. Erfreulicherweise kam ein Angebot von einer Freien Evangelischen Gemeinde im Mörikeweg 11, im Norden von Lippstadt. Hier kam es im Herbst 1991 zu einer Anmiete. Im März 1992 schließlich zum Kauf. Zum Zeitpunkt des Gebäudekaufes hatte die Gemeinde 27 Mitglieder.

Es war ein mutiger Schritt, den Gott im Nachhinein gesegnet hat: Menschen kamen zum lebendigen Glauben an Jesus Christus, bekannten ihre Sünden und ließen sich taufen. Von Anfang an konnten pro Jahr ein bis zwei Taufen durchgeführt werden, sodass auch das neue Gemeindehaus in kurzer Zeit zu eng wurde und eine erneute Suche nach einem größeren Gemeindehaus erfolgte. Es bot sich ein ehemaliges Kino der britischen Streitkräfte an, die aus Deutschland abgezogen waren. Im Jahr 1996 wurde es gekauft und bis 1998 komplett saniert und umgebaut. Am 31. Mai 1998 konnte das neue Gemeindehaus eingeweiht werden.

Bei festlichen Anlässen wurde deutlich, dass ein Speiseraum fehlte. Im Sommer wurde auf dem Parkplatz ein Zelt aufgebaut und im Winter musste das Gemeindehaus zu einem Speisesaal umfunktioniert werden. Durch Gottes Gnade wurde der Bau eines Speisesaals ermöglicht. Die Einweihung durfte im Sommer 2007 stattfinden.